25.10.2019

Sicher schaffen

Foto: iStock Milos Dimic, AdobeStock Ttanothai

Berufsgenossenschaften helfen, wenn Menschen durch ihre Arbeit krank werden oder dort einen Unfall haben. Sie sind auch zur Stelle, wenn es auf dem Weg zur Arbeit zu einem Unfall kommt.

Seit Jahren zeigen Statistiken, dass die meisten Unfälle zu Hause passieren. Was aber, wenn man in der oder durch die Arbeit krank wird? In Deutschland sind alle gesundheitlichen Probleme, die mit Arbeit in Zusammenhang stehen, über die gesetzliche Unfallversicherung geregelt. Sie hat eine lange Geschichte: Kaiser Wilhelm I. wollte Ende des 19. Jahrhunderts soziale Schäden mithilfe „kooperativer Genossenschaften“ ausgleichen und so der erstarkenden Sozialdemokratie das Wasser abgraben.

Heute ist die Unfallversicherung durch die Berufsgenossenschaft neben Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung eine der tragenden Säulen der deutschen Sozialversicherung. Sie ist eine Pflichtversicherung, die sich ausschließlich durch Beiträge der Unternehmen finanziert. Nur der landwirtschaftliche Sektor erhält zudem staatliche Zuschüsse. Im Gegenzug werden Unternehmen für Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten nicht haftbar gemacht und betroffene Arbeitnehmer müssen sich an ihre branchenspezifische Berufsgenossenschaft wenden. Welche im Fall der Fälle zuständig ist, erfahren Betroffene von ihrem Arbeitgeber.

Die Berufsgenossenschaft springt ein, um den Schaden wenn möglich zu beheben, zu mildern und Schlimmeres zu verhüten. Außerdem müssen Berufsgenossenschaften ihren Mitgliedern nach einer Berufskrankheit einen Arbeitsplatz sichern, der ihren Fähigkeiten und Neigungen entspricht. Falls Versicherte infolge einer berufsbedingten Krankheit oder eines Unfalls dauerhaft arbeitsunfähig sind, werden sie von ihrer Berufsgenossenschaft finanziell unterstützt. Und wenn die Medizin mit ihrem Latein am Ende sein sollte, kann die Berufsgenossenschaft eine Rente zahlen. Die Unterstützung der Berufsgenossenschaften für ihre Versicherten reicht sogar über den Tod hinaus: In bestimmten Fällen zahlen sie sogar Sterbegeld oder ein Überführungsgeld an die Hinterbliebenen.

In Deutschland sind alle gesundheitlichen Probleme, die mit Arbeit in Zusammenhang stehen, über die gesetzliche Unfallversicherung geregelt.

Zum Schutz der Arbeitnehmer
Berufsgenossenschaften kümmern sich nicht nur darum, dass ihre Versicherten nach einem Unfall oder bei einer berufsbedingten Erkrankung versorgt sind und gegebenenfalls entschädigt werden. Mindestens genauso wichtig ist es dem Gesetzgeber, Arbeitsunfälle und Erkrankungen zu verhindern. Deshalb haben die Berufsgenossenschaften weitreichende Befugnisse. Es gibt (wo nötig) Aufsichtspersonen in den Betrieben, die sogar das Recht haben, sicherheitswidrig betriebene Maschinen stillzulegen – notfalls auch gegen den Willen des Unternehmens.

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