25.10.2019

Feuer und Flamme

Text: Elisa Holz

Ruben Werbke ist seit seinem 13. Lebensjahr bei der freiwilligen Feuerwehr Leonberg. Ein Ehrenamt, von dem nicht nur die Allgemeinheit, sondern auch er selbst profitiert.

Will nicht jeder kleine Junge zumindest phasenweise unbedingt Feuerwehrmann werden? Wagemutig den Flammen trotzen und Leben retten? Ruben Werbke hatte als Kind allerdings überhaupt kein Interesse an diesem Beruf. Blaulicht, Feuerwehrleitern und Löschfahrzeuge ließen ihn ziemlich kalt, bis er dann mit 13 Jahren wider Erwarten bei einer Ferienaktion doch der Faszination Feuerwehr verfiel. „Die Atmosphäre bei der Feuerwehr und die Technik, das fand ich einfach super“, sagt der mittlerweile 21-jährige Bosch BKK-Versicherte, der in Stuttgart als physikalisch-technischer Assistent arbeitet.

Bei der freiwilligen Feuerwehr seiner Heimatstadt Leonberg ist er nach wie vor mit Feuereifer dabei. Per Piepser wird er zu „Löschangriffen“ oder auch Autounfällen gerufen und leistet technische Hilfe aller Art. Die freiwillige Feuerwehr ist gerade für kleinere Städte und Gemeinden ohne eigene Berufsfeuerwehr von großem Wert: „Wir rücken im Schnitt drei- bis viermal die Woche aus“, berichtet Werbke. Allerdings wird er nicht während seiner Arbeitszeit herbeigerufen – der Weg von Stuttgart wäre zu weit.

Natürlich ist es schön, Menschen helfen zu können. Mindestens ebenso schön ist für Ruben Werbke aber der soziale Aspekt, der ihm für sein Berufsleben schon viel gebracht hat. „So habe ich Loyalität und Zusammenhalt schätzen gelernt – und die Ruhe bewahren kann ich auch“, erzählt er. Für ihn steht die Kameradschaft an erster Stelle, deshalb widmet er der freiwilligen Feuerwehr auch so viel Zeit. Mindestens vier Abende verbringt er im Spritzenhaus. Regelmäßig gibt es Übungen und Kameradschaftsevents. Dann ist er noch Betreuer bei der Jugendfeuerwehr und nimmt zudem regelmäßig an Feuerwehr-Wettbewerben teil. Wie dem „Skyrun“ beispielsweise, wo Teams in voller Atemschutzmontur schnellstmöglich die 512 Stufen des ARAG-Towers in Düsseldorf erklimmen mussten.

Feuer ist eine Urgewalt

Wettbewerbe und Übungen sind das eine, in der Praxis sieht so ein Feuerwehreinsatz dann sowieso immer anders aus: zum Beispiel als in Leonberg das Haus eines Mannes abgebrannt ist, während dieser im Krankenhaus lag. „Da war nichts mehr zu machen“, erinnert sich Werbke. Mit solchen Erlebnissen muss man als hilfsbereiter Feuerwehrmann erst mal klarkommen. Denn Feuer ist eine Urgewalt, die man eben nicht immer zähmen kann. Deshalb hat sich nach all den Jahren sein Verhältnis zu dem Element geändert: „Der Respekt ist gestiegen, die Angst ist gesunken.“

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