28.01.2020

Fitte Füße

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Unsere Füße tragen uns durchs Leben – trotzdem fristen sie oft ein Schattendasein: in schlechten Schuhen, überbeansprucht und vernachlässigt. Wie kann man ihnen die Aufmerksamkeit und Pflege zukommen lassen, die sie verdienen?

Wenn die Füße kalt werden

Gerade Frauen kennen das Problem: Wenn die Temperaturen frostig werden, werden die Füße nicht mehr warm. Kälte von außen bewirkt, dass unser Körper zuallererst die zentralen Organe schützt. Die Gliedmaßen haben dabei das Nachsehen, ihre Gefäße werden verengt, die Blutzufuhr gedrosselt und ihnen Wärme entzogen. Männer sind vor kalten Füßen besser gefeit, sie haben mehr Muskeln und produzieren daher mehr Wärme. Doch kalte Gliedmaßen sind nicht nur ein Phänomen der Winterszeit oder unzureichender Bekleidung, zu dünner oder zu enger Socken und Schuhe, die die Gefäße abklemmen. Es können sich dahinter auch Erkrankungen verbergen, zu deren Symptomen eine mangelnde Durchblutung zählt. Dies kann sich nicht nur durch ein Kältegefühl, sondern auch durch ein Kribbeln und Verfärbungen in den Extremitäten zeigen. Verantwortlich dafür kann ein zu niedriger Blutdruck sein oder aber Gefäßverkalkungen, die den Blutfluss behindern. Permanent kalte Füße sind ein Warnsignal und sollten durch einen Arzt abgeklärt werden.

Maßnahmen, die die Durchblutung der Füße fördern sind ideal, wenn die Temperaturen abkühlen.

Wenn die Füße schwitzen

Steigen die Temperaturen indes, ist die Hochsaison der Schweißfüße gekommen. Und hier trifft es vor allem die Männer – sie leiden deutlich häufiger daran als Frauen. Wird uns zu warm, produzieren wir Schweiß, um über Verdunstungskälte Wärme abzugeben. Der penetrant käsige Geruch von Fußschweiß wird nicht durch das Schwitzen an sich hervorgerufen, sondern erst, wenn Hautbakterien die abgesonderte Flüssigkeit zersetzen und dabei Buttersäure produzieren. Und feuchte Füße können noch einen anderen lästigen Bewohner anlocken: den Fußpilz. Die befallenen Hautpartien, gerne zwischen den Zehen, brennen, jucken und schuppen ab. Eine Infektion mit Pilzerregern wird über rissige Haut und kleine Wunden begünstigt. Ein weiterer Grund, sich um die Pflege seiner Füße zu kümmern! 
Wichtig ist auch, Socken und Schuhe aus atmungsaktiven Materialien zu tragen – und diese oft zu wechseln (Socken bei 60 Grad waschen und Schuhe auslüften lassen, bei Bedarf desinfizieren), damit sich Bakterien und Pilze dort erst gar nicht einnisten können. Wer übermäßig an den Füßen schwitzt, sollte die Ursache dieser so genannten Hyperhidrose bei einem Arzt abklären.

Im Sommer hilft vor allem die richtige "Belüftung". So haben Schweiß und Fußpilz keine Chance.

Was müssen Diabetiker beachten?

Da Diabetes nach längerer Krankheitsdauer zu Nervenschädigungen und damit zu Störungen der Schmerzempfindung führen kann, bemerken Betroffene Verletzungen am Fuß, etwa Druckstellen oder eine aufgescheuerte Blase, oft sehr spät. Auch ist die Haut von Zuckerkranken oftmals sehr spröde und trocken, sodass die Infektionsgefahr hoch ist und Krankheitserreger ein leichteres Spiel haben. Zudem verzögern die mit der Erkrankung verbundenen Durchblutungsstörungen die Wundheilung. Im schlimmsten Fall können sich chronische Wunden und nässende Geschwüre, das sogenannte diabetische Fußsyndrom entwickeln.

Eine fachgerechte und vorbeugende Fußpflege ist daher unerlässlich. Diabetiker sollten täglich ihre Füße und Fußsohlen inspizieren, am besten unter Zuhilfenahme eines Spiegels. Die Füße sollten täglich mit einer rückfettenden Seife, die beispielsweise Harnstoff enthält, gewaschen werden. Die Wassertemperatur darf 37 Grad nicht übersteigen und das Bad nur drei Minuten dauern, da sich sonst die Haut zu stark aufweicht, wodurch wiederum Keime und Bakterien eindringen können. Nach dem Fußbad kann die feuchte Hornhaut vorsichtig mit einem Bimsstein abgeschrubbt werden. Hornhauthobel sind nicht zu empfehlen, da die Verletzungsgefahr zu groß ist. Die Füße anschließend vorsichtig mit einem weichen Handtuch abtrocknen, insbesondere zwischen den Zehen, da sich hier leicht Fußpilz bilden kann. Haut und Fußsohlen anschließend mit einer fetthaltigen Creme eincremen.

Nicht nur bei Diabetes: eine fachgerechte Fußpflege ist unerlässlich.

Auch die richtige Pflege der Fußnägel ist wichtig: Nicht mit scharfen Geräten wie Scheren oder spitzen Nagelfeilen hantieren, sondern mit einer Sandblattfeile. Die Nägel an den Ecken gerade, nicht rund abfeilen. Eingewachsene Nägel, Hühneraugen oder Warzen müssen vom Experten, einem Podologen oder Arzt, entfernt werden. Auch die Wahl der Schuhe spielt eine Rolle, sie dürfen nicht drücken oder scheuern. Wegen der erhöhten Verletzungsgefahr sollten Diabetiker darauf verzichten, barfuß zu laufen.

Tipps für die Fußpflege

Kalten und schweißigen Füßen kann durch die richtige Behandlung und Hygiene vorgebeugt werden:

  • Barfußlaufen, Fußmassagen und Zehengymnastik fördern die Durchblutung
  • Kalt-warme Wechselbäder helfen der Wärmeregulation auf die Sprünge
  • Badezusätze unterstützen: Kampfer, Pfefferminze oder Steinkleekraut steigern die Durchblutung; Salbei und Thymian wirken gegen Schweißfüße; Teebaumöl hält Fußpilz fern
  • Nach dem täglichen Fußbad Füße gründlich abtrocknen
  • Spezielle Fußcremes verhindern, dass die Haut austrocknet und sich Risse bilden, Schweißfüße können bei Bedarf zusätzlich gepudert werden
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