24.08.2021

Mit frischen Kräutern kochen: Kreativ in der Küche

Text: Stephanie Arns; Fotos: gkrphoto, Yasonya, Dmytro, exclusive-design, kolesnikovserg, womue, Petra Schueller, ExQuisine, Marek Gottschalk – stock.adobe.com

Kräuter verleihen dem Essen nicht nur die nötige Würze, sie sind auch sehr gesund. Daher sollten wir so oft wie möglich mit frischen Kräutern kochen. Klassiker wie Basilikum und Schnittlauch isst fast jeder. Doch kennen Sie auch Majoran, Kerbel oder Estragon? Wir stellen Ihnen die Mauerblümchen unter den Kräutern vor und zeigen Ihnen, wie sie kreativ in der Küche zum Einsatz kommen.

Was ist eine Ofenkartoffel ohne Schnittlauch oder eine Tomaten-Mozzarella-Caprese ohne Basilikum? Kräuter sind in der Küche oft gar nicht wegzudenken. Bei den Deutschen besonders beliebt sind heimische Küchenkräuter wie Petersilie, Dill, Kresse und Schnittlauch sowie ihre mediterranen Kollegen Basilikum, Oregano und Rosmarin. Doch auch die weniger bekannten Gewächse wie Majoran, Liebstöckel, Kerbel, Estragon, Koriander, Minze oder Thymian sind für die kreative Kräuterküche bestens geeignet – und brauchen sich nicht zu verstecken.

Viele Gerichte bekommen durch frische Kräuter, wie zum Beispiel Salbei, eine neue Geschmacksnote.

Gegen jedes Wehwehchen ist ein Kraut gewachsen

Kräuter im Speiseplan sind nicht nur aus kulinarischer, sondern auch aus gesundheitlicher Sicht lohnend. Mit ihrer natürlichen Würzkraft helfen sie, den Salzkonsum einzuschränken. Dabei sind Kräuter nicht mit Gewürzen zu verwechseln – diese werden aus Rinde, Wurzel oder Samen hergestellt und getrocknet verwendet. Kräuter bestehen hingegen aus grünen Blättern und Sprossen, sie werden überwiegend frisch eingesetzt. Ihre Kombination aus sekundären Pflanzenstoffen wie Bitter-, Scharf- und Farbstoffen sowie Mineralstoffen, Vitaminen und ätherischen Ölen tragen wesentlich zu einer ausgewogenen Ernährung bei. Kräuter beugen Entzündungen vor, stimulieren das Immunsystem und schützen unsere Zellen. Sie regen den Magen-Darm-Trakt an und bringen den Stoffwechsel in Fahrt. Zudem können sie wirksam gegen Bakterien und Viren sein, harntreibend und entgiftend wirken.

Wie ziehe ich Kräuter groß?

Um Kräuter anzupflanzen, braucht man keinen eigenen Garten. Die würzigen Pflänzchen gedeihen auch in Töpfen auf dem Balkon oder der Fensterbank. Sie sind recht genügsam und bringen auch auf kleinstem Raum viel Ertrag. Wer sie selbst anbaut, hat sie immer parat und spart Geld im Supermarkt. Werden die Samen im Frühling ausgesät, kann ab dem Frühsommer geerntet werden. Manche Kräuter sind mehrjährig und müssen nur einmal im Jahr zurückgeschnitten werden, um wieder auszutreiben. Die Pflanzen sollten regelmäßig gegossen werden – aber nicht zu viel, denn bei Staunässe drohen sie zu verschimmeln. Vorsicht ist zudem vor Trockenheit geboten, auch zu starke Heizungsluft schadet. Wer Schwierigkeiten hat, seine Kräuter zu unterscheiden, kann jeden Topf mit einem kleinen Schild kennzeichnen und hilft damit auch Familienmitgliedern und Mitbewohnern. Kräuter lassen sich über ein paar Tage gut im Kühlschrank aufbewahren, dennoch sollten sie am besten immer frisch geerntet werden.

Mit frischen Kräutern kochen – für Gesundheit und Kulinarik

Majoran

Der immergrüne Halbstrauch mit den graugrünen eiförmigen Blättern verströmt einen thymianähnlichen Duft. Majoran ist vor allem in der italienischen und griechischen Küche beliebt – und Bestandteil vieler Suppen, Fleischgerichte, Füllungen und Pasta. Auch in Deutschland kommt das Kraut kulinarisch zum Einsatz – zum Beispiel in Nürnberger Bratwürstchen. Gesundheitlich ist Majoran ein Alleskönner: entspannend, krampf- und schleimlösend. So können Spannungskopfschmerzen, Schlaflosigkeit und Bronchialbeschwerden gelindert werden.

 

Liebstöckel

Die frühblühende Staude mit hohen Stängeln, rautenförmigen Blättern und gelben Blüten schmeckt ähnlich wie Sellerie und Hefeextrakt und wird daher auch „Maggikraut“ genannt. Die jungen Triebe der Staude können als Gemüse verköstigt werden. Mit Liebstöckel lassen sich auch gut Suppen, Eintöpfe und Salate würzen. Das bitter-scharfe Kraut wirkt beruhigend, krampflösend und harntreibend. Eingesetzt werden kann es bei Blähungen, Appetitlosigkeit sowie Blasenentzündung.

 

Kerbel

Kerbel ähnelt mit den fein gegliederten, leuchtend grünen Blättern vom Aussehen her der Petersilie. Im Geschmack unterscheiden sich beide Kräuter jedoch deutlich: Während Petersilie eher herb und würzig schmeckt, ist Kerbel eher süßlich. Wegen seines zartbitteren Anisaromas ist er in der französischen Küche sehr beliebt und dient vor allem der Verfeinerung von Fischgerichten. Fein gehackt schmeckt er auch hervorragend zu Salaten. Kerbel reinigt Leber und Niere, verhindert die Stauung von Körperflüssigkeiten und hilft bei Rheuma und Gelbsucht.

 

Estragon

Estragon ist ein staudenartiges Gewächs mit verzweigten glatten Blättern von bis zu sechs Zentimetern Länge. Das aus Russland stammende Kraut schmeckt nach Lakritz. Mit ihm werden gerne Eierspeisen, Gerichte mit Huhn, Dressings und Senf gewürzt. Estragon regt vor allem das Verdauungssystem an, er wirkt harntreibend und fiebersenkend.

 

Koriander

Auch Koriander sieht Petersilie mit seinen gefiederten Blättern zum Verwechseln ähnlich. In Geruch und Geschmack unterscheiden sie sich jedoch. So schmeckt Koriander schärfer, Petersilie hingegen grasartig und mild. Im Nahen Osten und in Südostasien wird Koriander zum Würzen von Suppen, Currys und Saucen genutzt. Aber auch in der mexikanischen Küche ist er wichtiger Bestandteil der beliebten Bohnengerichte und Tacos. Seine ätherischen Öle helfen dem Verdauungssystem, lindern Reizungen und wirken appetitanregend. Er wirkt antimykotisch, hilft also gegen durch Pilze verursachte Erkrankungen. Zudem ist er antibakteriell, kann Schwermetalle binden und hat damit eine entgiftende Wirkung.

 

Minze

Die staudenartige, schnell wuchernde Pflanze mit den außen geriffelten, kräftigen Blättern schmeckt sehr erfrischend – dank ihres Mentholgehalts. Daher ist Minze eine beliebte Beigabe für Drinks aller Art – etwa das Kultgetränk Hugo. Oder auch für Desserts: Warum nicht mal Beeren oder Eis mit frischer Minze kombinieren? Sehr delikat schmeckt sie auch zu Fleischgerichten und Gemüse, beispielsweise Lammfleisch oder Erbsenpüree. Minze wirkt antiseptisch, also keimreduzierend, hat zudem eine abschwellende und schmerzlindernde Eigenschaft und fördert die Verdauung.

Thymian

 

Die Zwergsträucher mit ihren kleinen, immergrünen Blättern verströmen den klassischen würzigen Duft des Mittelmeerraumes. Thymian, auch wichtiger Bestandteil der Kräuter-der-Provence-Mischung, wird bevorzugt zum Würzen pikanter Speisen wie Fisch, Fleisch oder Gemüse benutzt. Getrockneter Thymian wird gerne als Tee mit heilender Wirkung eingesetzt. Er wirkt krampf- und schleimlösend und hilft den Atemorganen bei Husten und Erkältung.

befit-Rezepte mit frischen Kräutern zum Nachkochen

Viele leckere befit-Rezepte finden Sie in unserer Bosch BKK App zum Nachkochen. Wie wäre es mit Gemüseauflauf mit Couscous-Haube, Thymian und Kräutern der Provence, Maishähnchen auf Paprika-Ananasgemüse mit Petersilie, Rosmarin und Minze oder Taco mit gegrilltem Rinderrücken und Koriander?

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