15.06.2018

Was hilft gegen Mücken?

Text: Stephanie Arns | Bilder: iStock Nastasic, Pimpay, Olga Nefedova, Nataba, Scott Foresman

ZzzzZzzz – sie surren wieder, die Blutsauger, Beißer und Stecher: Mücken, Bremsen, Wespen und andere Plagegeister. Ohne Insektenstiche und Zeckenbisse kommt fast niemand durch die heiße Jahreszeit, gerade wenn man sich viel draußen aufhält. Die sieben schlimmsten Blutsauger und wie wir uns vor ihnen schützen können.

Stechmücken: Überfall en masse

Mücken lieben es feuchtwarm, sie nisten an Seen und Flüssen, gerne auch in Blumentöpfen oder Wassertonnen. Von dort gehen sie auf Beutejagd, bevorzugt in der Dämmerung und nachts. Sie brauchen unser Blut, um sich zu vermehren. Mit ihren langen Rüsseln saugen sich die Weibchen satt und spritzen uns einen Eiweißcocktail unter die Haut. Die Folge: rote juckende Quaddeln. Zur Linderung sollte man diese kühlen, mit Eiswürfeln oder einem Cool-Pad. Antiallergische Gels wirken abschwellend und dämpfen den Juckreiz. Und bloß nicht kratzen, denn aufgekratzte Stiche können sich entzünden. Mücken stehen auf Schweißgeruch – eine Dusche sowie Mückensprays und helle Kleidung helfen, sie sich vom Leib zu halten. Nachts unter dem Moskitonetz schlafen.

Bremsen: Brutale Aggressoren

Bremsen tummeln sich oft in der Nähe von Pferde- und Kuhweiden oder drehen ihre Runden über Wasserflächen. An schwülen Tagen sind sie in Höchstform und stürzen sich auf ihre Beute – bis das Blut fließt. Mit ihren Mundwerkzeugen reißen die dicken Brummer, die zu der Familie der Fliegen gehören, Wunden in die Haut. Die Stiche können daher ziemlich weh tun – und sie jucken. Wer Opfer einer Attacke geworden ist, sollte die Stelle kühlen und entsprechende Gels auftragen. Häufig helfen auch Zitronenscheiben oder Zwiebeln. Auch Bremsen lieben Schweiß, also öfters duschen und dichtgewebte Kleidung anziehen, allzu dünner Stoff schützt vor den aggressiven Stichen nicht.

Wespen: Nervöse Beutejäger

Wespen sind ziemlich verfressen. Limo, Eis, Kuchen, aber auch Fleisch wecken ihre Begierde – beim Picknick können sie ziemlich penetrant werden. Auf unser Blut haben sie es aber nicht abgesehen, sie stechen nur, wenn sie sich angegriffen fühlen. Daher: keine hektischen Bewegungen, nicht wegpusten, denn Kohlendioxid wirkt alarmierend. Ist man doch gestochen worden: Stelle kühlen, desinfizieren, Gel auftragen. Manche reagieren auf Wespenstiche allergisch – bei Beschwerden wie Atemnot, Schwindel, Herzrasen den Notarzt holen. Bei Mahlzeiten draußen den Wespen abseits einen eigenen „Teller“ anrichten. Kindern nach dem Essen den Mund abwischen. Vorsicht auch beim Aufsammeln von Fallobst!

Hornissen: In der Imagefalle

Hornissen haben keinen guten Ruf. Dabei ernähren sie sich brav von Blütennektar und halten sich, im Gegensatz zur gierigen Verwandtschaft, den Wespen, von unseren kulinarischen Köstlichkeiten fern. Fast doppelt so groß wie ihre Artverwandten haben sie nicht nur ein furchterregendes Erscheinungsbild, es hält sich auch der Mythos, dass mehrere Stiche den Menschen töten können. Experten geben Entwarnung: Ihre Stiche seien zwar unangenehm und können allergische Reaktionen auslösen, sind aber nicht gefährlicher als die von Wespen oder Bienen. Hornissen sind recht scheu und stechen nur im Verteidigungsfall. Nachts können sie jedoch durch das Licht in Innenräumen angezogen werden, daher Fenster schließen!

Bienen: Nur in Notwehr giftig

Äußerlich den Wespen zwar ähnlich, sind Bienen jedoch recht friedfertige Insekten – sie konzentrieren sich auf ihre Arbeit, summen fleißig von Blüte zu Blüte und sammeln Nektar. Sie stechen nur, wenn sie ihre Vorräte oder ihre Brut bedroht sehen. Ihr Stich hat es dann allerdings in sich: Der Giftstachel bleibt in der Haut stecken und entlädt sich, die Biene stirbt. Bienenstiche sind schmerzhaft und schwellen stark an. Stachel mit Pinzette entfernen, Gift mit dem Mund wegsaugen und ausspucken, Stelle desinfizieren und kühlen, zum Abschwellen Antihistaminikasalbe auftragen oder in Tablettenform einnehmen. Bei lebensbedrohlichem allergischen Schock den Arzt alarmieren. Wer barfuß auf einer Blumenwiese läuft, Augen auf!

Zecken: Auf der Lauer

Zecken sind Meister der Geduld: Sie warten auf Grashalmen oder im Gebüsch auf ihre Opfer. Kommt es zum Kontakt, lassen sie sich auf ihren Wirt fallen, bohren ihr Mundwerkzeug in die Haut und saugen, bis sie prall gefüllt mit Blut sind. Einige der Parasiten können Krankheiten übertragen: Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Zecke am besten mit einer Zeckenzange herausdrehen, der Kopf darf dabei nicht steckenbleiben. Stelle desinfizieren und beobachten, ob sich die ursprünglich kleine Rötung später vergrößert. Das kann auch Wochen später passieren, die Bissstelle also länger im Auge behalten. Auch Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen können auf eine Infektion hindeuten. Bei Verdacht einen Arzt aufsuchen. Wer viel in der Natur unterwegs ist, sollte dabei geschlossene Kleidung tragen und ein hautverträgliches Zeckenspray benutzen. Nach einem Aufenthalt in der Natur alle Körperstellen nach den Spinnentieren absuchen. Dabei Körperstellen wie Kniekehlen, die Leistengegend und auch die Zwischenräume zwischen den Zehen nicht vergessen!

Flöhe: Schmerzhafte Stippvisiten

Hundebesitzer können ein Lied davon singen. Beim Gassigehen durch Wald und Wiese bringt der Vierbeiner gerne ungebetenen Gäste mit nach Hause: Flöhe. Bei der Auswahl ihres Wirtes sind diese nicht wählerisch. Winzig klein, aber mit einer enormen Sprungkraft ausgestattet, springen die Blutsauger auch gerne auf den Menschen über und piesacken ihn. Flohstiche treten meist reihenweise an einer Köperstelle auf, es kommt zu punktförmigen Hautrötungen, die stark jucken, sich verdicken und noch bis zu zwei Wochen später spürbar sind. Es helfen juckreizstillende Gels oder Salben. Haustieren Flohhalsband anlegen und mit Anti-Floh-Mitteln behandeln, Textilien heiß waschen und die Wohnung oft saugen.

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