26.02.2019

Kita-Kokken

Bilder: Guntar Feldmann, Paolese, oksix (AdobeStock), da-vooda, VICTOR (iStock)

Krippe und Kindergarten sind Biotope für Viren und Bakterien. Bis sich die Immunsysteme daran gewöhnt haben, streckt es Kinder und Eltern immer wieder nieder. Das ist zwar unangenehm, hat aber langfristig auch sein Gutes.

Erst Magen-Darm, dann eine schmerzhafte Mittelohrentzündung und danach ein nicht näher benannter Virus-Infekt, der nacheinander die ganze Familie für mehrere Tage ans Bett fesselt. Wenn Kinder in die Krippe oder in den Kindergarten kommen, dann geraten Eltern oft unvermutet an ihre Grenzen. Nicht nur weil die Kinder häufig krank werden, sondern auch, weil die Eltern selbst plötzlich niedergestreckt werden von Krankheitsattacken, wie viele sie seit ihrer eigenen Kindheit nicht mehr erlebt haben.

Laufend eine Rotznase

Der Grund für diese unerwartete Welle von Viren und Bakterien liegt in der Natur der Sache. In der Kita spielen, essen und schlafen die Kleinen auf engem Raum. Im Gegensatz zu Erwachsenen gehen Kinder nicht auf Distanz, sondern suchen im Gegenteil den engen Körperkontakt und trinken auch gerne mal aus dem Becher des Kita-Kollegen. Kein Wunder also, dass Brechdurchfall von Streptokokken oder der gefürchteten Hand-Fuß-Mund-Krankheit abgelöst wird. Die einzige Konstante: laufend eine Rotznase. Die Eltern, häufig gestresst und unter Schlafmangel leidend, sind in ihrer geschwächten Verfassung ebenfalls sehr empfänglich für Eindringlinge aus Krippe und Kindergarten.

Spielen, essen und schlafen auf engstem Raum - gute Bedingungen für Viren und Bakterien.

Eltern in Mitleidenschaft

Insbesondere berufstätige Eltern ergreift angesichts der nicht enden wollenden Krankheitswelle die schiere Verzweiflung. Die Tage, die einem gesetzlich zur Betreuung seiner kranken Kinder zustehen sind schnell aufgebraucht. Und auch man selbst hat plötzlich so viele Krankheitstage wie nie zuvor im Arbeitsleben. Aber keine Sorge – das geht vorüber. So unangenehm diese erste Zeit in der Krippe oder im Kindergarten erscheinen mag, so wichtig ist sie für das Immunsystem der Kinder. Aus der intensiven Auseinandersetzung mit Viren und Bakterien nämlich geht das Immunsystem der Kinder meist gestärkt hervor – für den Rest ihres Lebens.

Auch die Eltern der Kinder erwischt es häufig schwer.

Training für das Immunsystem

Das Immunsystem besteht aus verschiedenen Molekülen, Organen und mobilen Abwehrzellen, die Eindringlinge unschädlich machen sollen. Es ist zusammen mit dem Nervensystem das komplexeste Schaltwerk in unserem Körper. Das Immunsystem gehört nicht nur zur körpereigenen Grundausstattung, sondern ist auch lernfähig. Je besser ein Immunsystem seine Feinde kennt, desto effektiver kann es gegen sie vorgehen. Es bildet nach dem erfolgreichen Kampf gegen Erstangreifer sogenannte Antikörper, die den danach bereits bekannten Erregern dann schneller den Garaus machen können. Eine der intensivsten Lernphase des Immunsystems ist die Zeit, bis Kinder ungefähr fünf Jahre alt werden. In diesem Zeitraum trainiert das System sozusagen im Schnelldurchlauf mit bis zu zwölf Infekten pro Jahr.

Notwendiges Übel

Die meisten Erreger sind harmlose Viren, die typische Symptome wie Fieber und Abgeschlagenheit mit sich bringen. In der Regel sind sie nach etwas über einer Woche ausgeheilt. Antibiotika sind in der Regel nicht nötig, diese Form von Medikamenten hilft ohnehin nur bei bakteriellen Infektionen. Spätestens ab dem fünften Lebensjahr ist das kindliche Immunsystem dann in ausreichendem Maße gewappnet gegen die allermeisten Erreger. Kita-Kokken haben also auch ihr Gutes, dennoch gibt es drei grundlegende Regeln, wie sich vor allem auch die Eltern vor Infektionen schützen können – wir haben sie oben in unserer Bildergalerie für Sie zusammengefasst.

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