14.09.2017

Energiequelle Pausenbrot

Autor: Elisa Holz | Bilder: Thitaree Sarmkasat/istockphoto | Illu: Büro Schwab

Viele liebevoll zubereitete Pausenbrote schwitzen während der Schulzeit unan­getastet in der Brotzeitdose. Das muss nicht sein. Mit einfachen Mitteln kann man den Kindern ihr Pausenbrot schmackhaft machen.

Morgens um halb zehn in Deutschland beginnt an den Schulen die große Pause. Zeit für Bewegung und ein zweites Frühstück. Aber anders als das der bekannte Werbeslogan nahelegt, sollten die Kinder dann keine Schokowaffelschnitten aus dem Ranzen ziehen, sondern am besten ein gesundes Pausenbrot. Der Snack am Vormittag gilt unter Ernährungswissenschaftlern als ein wichtiger Teil des Frühstücks, das ein Drittel des Tagesbedarfs an Energie und Nährstoffen decken sollte.

Vor allem bei Kindern spielt das Frühstück eine wichtige Rolle für eine gesunde Entwicklung: „Kinder, die nicht frühstücken, scheinen ein größeres Risiko zu haben, Übergewicht zu entwickeln“, erklärt Ute Alexy, Ernährungswissenschaftlerin, die seit vielen Jahren auch für das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund aktiv ist. Kurzfristig kann ein Pausenbrot das Erinnerungsvermögen und die Aufmerksamkeit positiv beeinflussen. Aber ein Pausensnack, der zu einem schnellen und hohen Blutzuckeranstieg führt, hat diesen Effekt nicht. Der Energie­schub durch Weißbrot, Süßigkeiten oder auch Traubenzucker verpufft schnell und lässt die Kinder den Hunger nur kurz vergessen.

Vitamine am Spieß

Dass die Form ihrem Zweck folgen soll, ist ein altes Designprinzip. Warum also nicht vom Prinzip Stulle abrücken und mal eine ganz neue Form probieren? Mit Schaschlikstäbchen lässt sich alles aufspießen, was gesund ist und was Ihrem Kind schmeckt: Trauben, Käsestückchen, Kirschtomaten, Radieschen, Mandarinenstücke, Mozzarellakugeln, Fleischbällchen und Brot. Sieht lecker aus, schmeckt und ist gesund.

Auch das Gehirn braucht Futter

Eine ausgewogene Pausenmahlzeit macht satt und versorgt Körper und Gehirn mit den nötigen Nährstoffen. So können Kinder sich länger konzentrieren und bessere schulische Leistungen erzielen. Zu einem gesunden Pausenbrot gehören Getreide, Milchprodukte, Obst und Gemüse sowie ein ungesüßtes Getränk. Ideal ist Vollkornbrot, belegt mit magerem Schinken oder Käse und garniert mit Kresse oder einem Salatblatt. Dazu empfiehlt sich ein Joghurt oder eine Quarkspeise mit – wenn überhaupt – wenig Zucker.

Kalzium und Eiweiß, beide in Milchprodukten enthalten, sind gerade für Heranwachsende wichtig. Zudem helfen die Proteine unserem Gehirn, Informationen und Eindrücke besser zu speichern. Ein ganz wichtiger Bestandteil der Pause sind Obst und Gemüse. Die darin enthaltenen Vitamine sorgen dafür, dass die Hirnzellen gut arbeiten können, stärken die Nerven und beugen Müdigkeit oder Konzentrationslücken vor.

Ein so komponiertes Pausenbrot im Ranzen bietet ideale Voraussetzungen. Das Problem ist nur, dass viele Kinder das Vollkornbrot mit Kräuterquark nicht so attraktiv finden wie die Nussschnecke vom Schulkiosk. Die Folge: Die Stulle wird nicht gegessen, landet im Müll oder verschimmelt langsam im Schulranzen. Deshalb geben es immer mehr Eltern auf, ihren Kindern ein Pausenbrot zuzubereiten. Wie also kann das hausgemachte Pausenbrot in der Gunst der Kinder wieder steigen? „Das Auge isst mit, das gilt auch für das Frühstück“, sagt Alexy. Häufig hilft es schon, das Pausenbrot aufzupeppen – sei es durch die Beigabe von farbenfrohem Obst und Gemüse, einen abwechslungsreichen Belag oder Verzierungen mit verschiedenen Soßen.

Manche Eltern machen aus dem Pausenbrot regelrechte Kunstwerke. So viel Aufwand muss in der allmorgendlichen Zeitnot und Hektik aber gar nicht sein. Ein einfacher, aber effektiver Trick ist es, Obst und Gemüse in mundgerechte Stücke zu schneiden. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der Apfel auch gegessen wird. Grundvoraussetzung ist es natürlich, dass die Kinder auch ein Mitspracherecht haben. „Es gibt sicher etwas, das das Kind mag und gern mit in die Schule nimmt“, weiß Alexy. Außerdem spricht nichts dagegen, einmal in der Woche eine Fruchtschnitte als kleine Überraschung in der Pausenbox zu verstecken.

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