15.03.2021

Abenteuer Schwangerschaft: Tipps für werdende Eltern

Fotos: Jamey Ekins – stock.adobe.com, detailblick-foto – stock.adobe.com; Illustration: Kathi Bitzl; Text: Petra Mostbacher-Dix

Manche bezeichnen sie als Wunder, andere als das aufregendste Abenteuer ihres Lebens – die Elternschaft. Was werdende Eltern erwartet und wie die Reise durch Schwangerschaft und Geburt gelingt.

Zwei rosa Streifen! „Ich war unendlich glücklich, als der Schwangerschaftstest positiv war“, erinnert sich Martina. So sehr hatten sich ihr Mann und sie ein Baby gewünscht. Schnell zur Gynäkologin! Dort gab es den Mutterpass. „Darin stehen Geburts­termin, Blutgruppe, Rhesusfaktor, Antikörper, etwa gegen Röteln, Tests auf Hepatitis B, HIV, Schwangerschaftsdiabetes. Außerdem die Resultate der monatlichen Vorsorgeuntersuchungen, also Gewicht, Blutdruck, Eisenwert, Urin und Bilder des Ultraschalls.“ Drei Untersuchungen sind vorgesehen, eine pro Schwangerschaftsdrittel, um Mutterkuchen und Ungeborenes zu kontrollieren. Sie sind Ärztinnen und Ärzten vorbehalten, die Vorsorge übernehmen auch Hebammen. Martina ging zu beiden im Wechsel.

Die 37-Jährige rät: „Die Hebamme bald suchen.“ Anlaufstellen sind zum Beispiel die Homepage des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen oder ammely.de, eine Matching-App des Deutschen Hebammenverbands. Martina hatte eine Beleghebamme, sie betreute vor, nach und auch während der Geburt in der Klinik. Ob Morgenübelkeit, Schlafstörungen, Ängste oder Verdauungsprobleme – stets wusste sie Rat.

Auch die Kinderheldin der Bosch BKK hilft bei Fragen, Unsicherheiten und Problemen rund um die Schwangerschaft und die Geburt sowie in den ersten Monaten mit dem Baby. Per Telefon, Chat oder Video-Call können Schwangere und Eltern täglich zwischen 7 und 22 Uhr eine fest angestellte Hebamme erreichen, auch an Wochenenden oder Feiertagen.

Die Schwangerschaft ist für viele das aufregendste Abenteuer ihres Lebens. Bei Fragen und Problemen helfen die Hebamme oder die Kinderheldin der Bosch BKK.

Gesund in der Schwangerschaft: Früh die Weichen stellen

Hoher Blutdruck verursache oft eine zu frühe Geburt, sagt Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. Man solle schon vor der Schwangerschaft die Weichen stellen. Wichtig seien Normalgewicht und normaler Blutdruck, täglich frisches Obst und Gemüse, kein Nikotin, Impfschutz, Folsäure und gute Schilddrüsenwerte. Zudem brauchen Schwangere mehr Jod. Und: Ihr Immunsystem ist gedämpft, damit es den Embryo nicht als Fremdkörper deutet. Empfohlen wird in Corona-Zeiten daher eine FFP2-Maske.

Martina machte eine Checkliste für das „aufregendste Abenteuer ihres Lebens“. Keinen Wein, kein Karate, dafür Walken, Yoga und Gymnastik, um die Muskulatur zu kräftigen. Lockert doch der erhöhte Östrogenspiegel Bänder, Knorpel und Gelenke für die Geburt. „Schwangerschaft ist keine Krankheitsdiagnose, sondern ein natürliches Ereignis in der Lebensbiografie einer Frau“, betont Jutta Eichenauer, erste Vorsitzende im Hebammenverband Baden-Württemberg. Die Geburt sei wie die Besteigung eines Fünftausenders, fünfmal hintereinander. Das erfordere Kondition. Bewegung helfe dem Ungeborenen zum Geburtsweg. Aber: Eine bisher vollkommen unsportliche Schwangere solle nicht zur Leistungssportlerin mutieren. „Einmal am Tag eine ordentliche Plazentadurchblutung durch regelmäßige Bewegung ist sehr gut – Spazieren, Schwimmen, Treppe statt Aufzug.“

Frauen sollten in der Schwangerschaft auf ihre eigenen Bedürfnisse hören

Martina informierte früh ihren Arbeitgeber. „Keine Pflicht, aber wegen des Gesundheits-, Mutter- und Kündigungsschutzes.“ Der gilt vom ersten Tag der Schwangerschaft bis zum Ende des vierten Monats nach der Geburt. Doch wo soll das Baby kommen? Zu Hause? Im Geburtshaus? In der Klinik? Wer mit Beleghebamme entbinden will oder in einem der von Hebammen geleiteten Geburtshäuser, sollte sich früh anmelden. Entbunden wird dort in wohnlicher Umgebung – meist ambulant ohne Ärzte und Operationssaal. „Bei Kliniken ist die Anmeldung unverbindlich. Schwangere sollten prüfen, wer was bietet und auf ihre Bedürfnisse hören“, so Martina.

Martina besuchte mit ihrem Mann einen Geburtsvorbereitungskurs. In 14 Einheiten wurden sie zum großen Tag hingeführt – emotional und körperlich. Sie lernte Atemtechniken, Beckenbodenübungen und Positionen, um die Geburt voranzutreiben, ihr Mann unterstützende Handgriffe. Auch ums Wickeln und Anziehen des Babys ging es. Hebammen bieten solche Kurse an, die drei Wochen vor dem Geburtstermin beendet sein sollten. Die Kosten der Mutter übernehmen die Krankenkassen. Die Bosch BKK übernimmt darüber hinaus sogar die Kosten des Partners, sofern dieser ebenfalls dort versichert ist. Die Nachfrage ist hoch, auch bei der Rückbildungsgymnastik bei Hebammen und Physiotherapeuten. „Rückbildung ist ein Muss! Trainiert wird dabei die überdehnte Muskulatur von Beckenboden und Bauch.“ Versicherte der Bosch BKK können mit dem Angebot „Kinderheldin“ Stillkurse, Geburtsvorbereitung und Rückbildung auch in Form von Videos oder Online-Kursen kostenlos nutzen.

Alles zum Thema Stillen erfahren werdende Eltern in den Stillkursen bei der Kinderheldin der Bosch BKK.

Stillen – mit Geduld und Ruhe

Zur Gebärmutterrückbildung trägt Stillen bei. Die Vormilch gibt dem Neugeborenen immunologischen Schutz. „Das ist Gold-Standard“, so Barbara Müllerschön-Göhring, Still- und Ernährungsbeauftragte des Hebammenverbands Baden-Württemberg. „Jede Frau kann es, auch nach Kaiserschnitt – mit Geduld und Ruhe.“ Dass die Milch fließt, dafür sorgen das Glückshormon Oxytocin und regelmäßiges Anlegen nach Kindesbedarf. „Muttermilchgeruch und Hautkontakt stärken das Bonding, die emotionale Bindung.“ Müllerschön-Göhring empfiehlt, sieben Monate voll zu stillen. Sollte es aber doch nicht gleich klappen, beraten Hebammen zu Lösungen und Alternativen. Mit jedem Neugeborenen würden eine Mutter und ein Vater neu geboren, ergänzt Eichenauer. „Man sollte sich Zeit lassen, in die neue Rolle hineinzuwachsen. Bis zu einem Jahr darf das dauern.“ 50 bis 80 Prozent aller Wöchnerinnen bekämen wegen der Hormone den „Baby-Blues“. Doch nicht jede Verstimmung sei eine postpartale Depression. Wichtig sei, „mit der Wochenbetthebamme sprechen, wenn die Psyche Purzelbaum schlägt“.

Für Neugeborene ist Körperkontakt zur Mutter besonders wichtig.

Fristen für Elterngeld und Elternzeit nicht verpassen

Damit sich Eltern ganz auf das Baby einlassen können, gibt es Hilfen. Das Mutterschaftsgeld kann frühestens sieben Wochen vor dem berechneten Geburtstermin bei der Krankenkasse beantragt werden – mit ärztlicher Bestätigung. Die Mutterschutzfrist beginnt sechs Wochen vor dem Termin und endet acht Wochen danach, auch wenn das Kind früher kommt. Spätestens sieben Wochen vor deren Ende muss eine Mutter Elternzeit beantragen und die Zeiträume bis zum zweiten Geburtstag des Kindes festlegen. Väter beantragen sie spätestens sieben Wochen vorher beim Arbeitgeber. Maximal dauert die Elternzeit 36 Monate. Sie kann gesplittet werden und es besteht Kündigungsschutz. Erst ab zwei Monaten gibt es Elterngeld. Bei Fragen rund um das Thema Elterngeld berät die Bosch BKK gern. Werdende und frische Eltern können sich dafür direkt bei der Krankenkasse melden.

Die Zahl der Männer in Elternzeit steigt, auch wenn der Anteil der Frauen deutlich überwiegt: 2019 waren laut Statistischem Bundesamt 2,6 Prozent der Väter und 42,2 Prozent der Mütter mit jüngstem Kind unter drei Jahren in Elternzeit. Papas nehmen im Schnitt drei Monate Elternzeit, Mamas deutlich länger. Auch Teilzeitarbeit ist erlaubt. Das Einkommen wird auf das Elterngeld angerechnet. Danach steht ein gleichwertiger Arbeitsplatz wie vorher zu. Juristen raten, früh zu planen sowie mit dem Arbeitgeber zu sprechen, ob und wann man wieder in den Beruf einsteigt. „Ich habe acht, mein Mann drei Monate Elternzeit genommen, konnte flexibel arbeiten“, resümiert Martina. Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr haben das Recht auf einen Kitaplatz oder einen Platz bei Tagesmutter oder -vater.

Um mehr Zeit mit Ihrem Kind zu verbringen, können Sie Elternzeit und Elterngeld beantragen.

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