30.04.2019

Everybody dance!

Autorin: Susanne Theisen | Fotos: iStock/Danilo Andjus, Grady Reese, Alamystock Wavebreak Media, Jeff Gilbert

Zwei, drei, cha-cha-cha! Tanzen macht Spaß und bringt den Körper auf Touren – in jedem Alter. Wir stellen vier Tanzstile vor, die fit machen. Und glücklich.

Bewegung zu heißen Rhythmen, gediegenen Walzertakten oder fetten Bässen? Egal wofür man sich entscheidet, gesund ist es allemal. Denn wer tanzt, bewegt viele Muskeln gleichzeitig. Das macht die Muskulatur nicht nur stärker, sondern auch beweglicher. Insbesondere Rückenschmerzen lassen sich mit diesem Ganzkörpertraining schnell in den Griff bekommen. Für das Tanzen als Fitnessprogramm spricht auch: Es verbrennt, je nach Intensität, massig Kalorien. Aber Achtung – wenn Sie länger keinen Sport getrieben haben, lassen Sie es langsam angehen. So vermeiden Sie eine zu hohe Belastung für Herz, Kreislauf, Muskeln und Gelenke.

Wer einmal pro Woche eine Stunde übers Parkett fegt, steigert neben der körperlichen Fitness auch seine geistigen Fähigkeiten, vor allem Koordination, Balance, Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen. Hinzu kommt: Tanzen ist gesellig! Bleibt nur noch die Frage, was und wo Sie tanzen wollen. Und da haben Sie die Qual der Wahl, denn es gibt viele Tanzstile. Wir stellen Ihnen ein paar Möglichkeiten vor.

Zumba

Das Tanzfitnessprogramm Zumba wird zu lateinamerikanischer und internationaler Musik getanzt. Es mischt Aerobic-Elemente mit Schritten und Bewegungen lateinamerikanischer Tänze wie Salsa, Merengue oder Samba. Aber auch Hip-Hop, Bauchtanz und Flamenco fließen mit ein. Das macht diesen Tanzstil sehr abwechslungsreich.

Beim Zumba wird in der Regel nicht durchgehend getanzt. Zwischen zwei Liedern gibt es eine kurze Pause, die Sie zum Trinken nutzen können. Jedes Lied hat seine eigene Choreografie, die sich mit etwas Übung einfach erlernen lässt. Aerobic-Elemente wie beispielsweise Kniebeugen oder Ausfallschritte werden eingesetzt, um den Belastungsgrad zu steigern. Den Schwierigkeitsgrad Ihres Trainings können Sie ganz individuell festlegen, denn Zumba gibt es in unterschiedlichen Intensitäten und passend für jede Altersstufe – von Zumbini für Kleinkinder bis Zumba Gold für Senioren. Es gibt auch ein Programm für Einsteiger, um die Grundschritte zu lernen.

Übrigens: Wer die große Bühne mag, kann an Zumba Fitness Partys teilnehmen. Dort tanzen bis zu 10.000 Menschen gemeinsam.

Gesellschaftstänze

Mit Gesellschaftstanz kann man in jedem Alter und ohne spezielle Ausrüstung anfangen. Bequeme Kleidung und Schuhe reichen aus. Tanzschulen bieten häufig spezielle Kurse für Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Senioren oder Menschen mit Behinderung an. Wer länger keinen Sport getrieben hat, sollte seine Fitness behutsam mit langsamen Gesellschaftstänzen wie Slow-Fox oder Rumba, die wenig bis keine hüpfenden Bewegungen beinhalten, steigern. Später kommen dann auch temperamentvollere Tänze wie Rumba, Cha-Cha-Cha oder Salsa infrage.

Tipp: Besonders der Jive hält das Bindegewebe fit. Durch die schnellen und hüpfenden Bewegungen beim Tanzen dieses Stils trainieren und lockern Sie Ihre Faszien. Die Bewegungselastizität steigt – und insbesondere das Risiko für Rückenschmerzen sinkt.

Ein toller Nebeneffekt: Gesellschaftstänze halten auch unsere sozialen Fähigkeiten fit, denn es kommt darauf an, selbst kleine Signale des Tanzpartners zu erkennen und darauf zu reagieren.

Ballett

Für straffe Muskeln und eine gute Körperhaltung sind Ballettworkouts genau das Richtige. Sie kräftigen die Tiefenmuskulatur und wirken sich so positiv auf Figur und Haltung aus. Keine Sorge: Sie brauchen keine Vorkenntnisse und müssen auch nicht auf den Zehenspitzen tanzen. Das Training bindet klassische Ballettpositionen wie Pliés so ein, dass jeder mitmachen kann.

Es gibt viele Spielarten für Ballettworkouts, unter anderem das Barre-Training, das – der Name verrät es – an der Stange in einem Tanzstudio stattfindet. Alternativ können Sie die Übungen auch zuhause machen und als Barre einen Stuhl zur Hilfe nehmen. Tipp: Schauen Sie ins Internet, dort werden Sie zahlreiche Tutorials für Barre-Workouts finden.

Beim Ballettworkout geht es nicht um Tempo, sondern um die saubere Ausführung der Übungen. Trotzdem ist Ballett ein knallhartes Fitnessprogramm, vor allem weil es auf viele Wiederholungen der Bewegungen setzt. Der Effekt: Arme und Beine sehen schlanker und definierter aus, Po und Bauch straffer – und nebenbei wird der Rücken durch die vielen haltungsstabilisierenden Übungen gestärkt.

Ein weiterer Pluspunkt: Ballettfitness beinhaltet viele Dehnungsübungen, von denen Ihre Beweglichkeit profitiert.

Hip-Hop

Hip-Hop ist ein Sammelbegriff für Choreografien, bei denen sich schnelle Schrittfolgen mit langsamen, körperbetonten Bewegungen abwechseln. Auch gehüpfte und gesprungene Tanzelemente gehören zum Hip-Hop. Der Tanzstil ist die richtige Wahl für alle, die sich auspowern und fit halten möchten – und auch den Musikstil Rap beziehungsweise Hip-Hop mögen.

Auch hier gilt: Sie müssen keine Vorkenntnisse haben. Alle Grundschritte kann man in entsprechenden Kursen oder auch alleine mithilfe von Video-Tutorials erlernen. Wichtig ist dabei die Grundhaltung für diesen Tanzstil, der so genannte Hip-Hop-Bounce. Das sind lockere Bewegungen aus den Knien Richtung Boden, die den ganzen Körper in ein rhythmisches Federn versetzen. Vor einem Hip-Hop-Workout sollten die Muskeln ordentlich aufgewärmt werden. Auch kräftigende Übungen sind wichtig. Um richtig in die Choreografien einsteigen zu können, sollten zusätzlich Balance, Koordination und Rhythmusgefühl trainiert werden.

Tipp: Workouts, die Hip-Hop und Aerobic mischen, werden Ihre Fitness im Handumdrehen steigern. Aber Achtung: Falls Sie an einer Herzkreislauf- oder Atemwegserkrankung leiden oder vor kurzem operiert worden sind, holen Sie lieber ärztlichen Rat ein, bevor Sie sich für dieses Training entscheiden.

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