23.11.2017

Facharztprogramm Orthopädie

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Seit drei Jahren gibt es das Facharztprogramm für orthopädische Krankheitsbilder von Bosch BKK, AOK Baden-Württemberg und Ärzteverbänden. Bei den Patienten kommt es gut an.

An einer Patientenbefragung nahmen rund 10.000 Patienten von 267 orthopädischen und chirurgischen Facharztpraxen teil. „Ich war überrascht, wie gut die Ergebnisse waren“, sagt Burkhard Lembeck, Facharzt für Orthopädie und Chirurgie, der die Befragung mitgestaltet hat. 86 Prozent würden wieder den gleichen Orthopäden aufsuchen. Über 87 Prozent empfanden das Praxispersonal als freundlich und knapp 72 Prozent gaben an, dass die Terminvergabe ihren Vorstellungen entsprach.

Keine unnötigen Umwege

Auch die Zusammenarbeit zwischen Haus- und Facharzt ist deutlich enger geworden. Rund 86 Prozent der Patienten wurden vom Hausarzt an den Orthopäden überwiesen und konnten sich so Umwege und unnötige Doppeluntersuchungen ersparen. Entgegen landläufigen Vorurteilen bekommen Patienten beim Orthopäden nicht nur „eine Spritze gegen Schmerzen“, wie Lembeck sagt. Das Behandlungsspektrum umfasst die Untersuchung mit technischen Apparaten, Krankengymnastik, Akupunktur, Operationen, Chirotherapie oder andere physikalische Therapien. Zudem wurden gut 28 Prozent der Patienten am Tag der Befragung von ihrem Orthopäden beraten – zu Bewegung, Ernährung, Selbsthilfe oder weiteren Angeboten der Krankenkasse. „Da ist noch Luft nach oben“, konstatiert Lembeck. Aber auch dieses Ergebnis bestätige, dass die Ziele des Programms mit den Wünschen der Patienten übereinstimmen.

Mit Rat zur Tat

Die Mehrheit möchte vom Arzt eingehend beraten und motiviert werden. Deshalb sieht das Programm für Beratungsleistung ein angemessenes Honorar vor. Normalerweise wird diese nicht eigens vergütet. Die Bosch BKK hat sich dem Thema verschrieben: Ihre Patientenbegleiter ergänzen die Beratung des Arztes, zum Beispiel zu Ernährungs- oder Bewegungskursen.

Mehr Zeit für Patienten

Das Facharztprogramm Baden-Württemberg soll die Patientenbetreuung verbessern – zum Beispiel durch die systematische Berücksichtigung wissenschaftlicher Leit­linien. Teilnehmende Ärzte erhalten finanzielle Anreize, damit sie mehr Zeit für das Gespräch mit dem Patienten haben und die medizinische Dringlichkeit bei der Terminvergabe stärker berücksichtigen. Das Programm gibt es für die Kardiologie, Gastroenterologie, Urologie, Orthopädie und bei Neurologie, psychischen Belastungen und Erkrankungen.

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