20.09.2021

Was ist eigentlich Schwindel? Missglückter Balanceakt

Text: Julia Alber; Foto: kleberpicui – stock.adobe.com

Die Welt dreht sich, als würde man Karussell fahren. Wer unter Schwindel leidet, hat es schwer, das Gleichgewicht zu halten.

Schwindelanfälle können verschiedenste Ursachen haben. Das Gleichgewicht zu halten funktioniert nämlich nur, wenn all die Sinneseindrücke, die von den Augen, dem Gleichgewichtssinn im Innenohr wie auch von Haut, Muskeln und Gelenken an das Gehirn gesendet werden, zusammenpassen und dort fehlerfrei verarbeitet werden können.

Meistens ist Schwindel harmlos. Wird einem etwa beim Lesen während einer holprigen Zugfahrt schwindlig, liegt es daran, dass die Augen Ruhe vermelden, während die anderen Sinne eine Bewegung registrieren. In jedem Alter kann man mit Schwindel zu kämpfen haben. Wenn mit zunehmendem Alter die Verarbeitung der Sinneseindrücke nicht mehr so reibungslos gelingt, nehmen die Schwindelanfälle jedoch zu. Frühzeitiges Gleichgewichtstraining und Krankengymnastik können hier helfen, gegenzusteuern. Zudem können Erkrankungen des Gleichgewichtsorgans im Innenohr, des Gehirns, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Beschwerden der Halswirbelsäule Schwindel auslösen. Aus dem Gleichgewicht können einen durchaus aber auch psychische Ursachen, Medikamente oder eine falsch eingestellte Brille bringen.

 

Schwindel kann in jedem Alter auftreten und ist meist harmlos. Doch manchmal stecken auch physische oder psychische Ursachen dahinter.

Zu den häufigsten Schwindelformen bei Erwachsenen zählt der gutartige Lagerungsschwindel. Verantwortlich für den starken Drehschwindel, der bei schnellen Kopfbewegungen aufkommt und mit Übelkeit und Erbrechen einhergeht, sind winzige Kristalle, die die Sinneszellen im Gleichgewichtsorgan reizen und falsche Signale liefern. Mit vom Arzt angeleiteten Bewegungen des Kopfes, dem sogenannten Befreiungsmanöver, lassen sich die „Übeltäter“ an ihren ursprünglichen Ort zurückführen. In Form eines Benommenheitsschwindels äußern sich hingegen oft Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ist eine Erkrankung der Halswirbelsäule der Grund für den misslingenden Balanceakt, taumeln die Betroffenen.

Wer mit Schwindelattacken zu kämpfen hat, sollte einen Arzt aufsuchen und die Symptome genau schildern: Wie lange dauert der Schwindel an? Wie oft und in welcher Situation tritt er auf? Geht er mit Übelkeit und Erbrechen oder Sehstörungen einher? Dreht sich die Welt, schwankt der Boden, fühlt man sich benommen oder ist man unsicher beim Gehen? So kann der Arzt erkennen, welche Art von Schwindel vorliegt, was mögliche Ursachen sind und beraten, was gegen die Beschwerden hilft.

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